Für die Umsetzung des Drehbuchs begibt sich die gesamte Crew mit dem Fahrrad auf eine Reise durch die baltischen Staaten.
Auf Begleitfahrzeuge wird konsequent verzichtet; das benötigte Equipment wird mit Fahrradanhängern transportiert. Drehorte, Statisten und benötigte Requisiten - alles wird vor Ort organisiert. Nebst den Drehs gilt es, täglich eine Strecke von 50 bis 70 Kilometer zurückzulegen, wobei nur der Ausgangsort, die Zwischenstationen und das Ziel der Reise festgelegt sind. Die genaue Route wird von Tag zu Tag neu geplant. Durch diese Vorgehensweise erhält der Film einen dokumentarisch-realistischen Charakter und lässt viel Raum für Improvisationen und Unvorhersehbares. Entstehen soll ein interessanter, kulturverbindender, nachhaltiger und nicht zuletzt umweltfreundlicher Film.


For the realization of the script the crew makes a journey trough the baltic states by bikes. We are not supported by cars - no! - we transport the whole baggage with trailers for the bikes. The film locations, the extras and the needed requisites - everything will be organised locally. Beside the shootings we have to travel daily 50 to 70 kilometer on our bikes, whereas just the start and destination is define. The exactly route will be planed new, day by day. Because of this approach the movie will have a documentary character and enough space for improvisation. It will be an interesting, culture-adjunctive, sustainable and not at least eco-friendly film.

Sonntag, 30. August 2009

Lektion V

Heute kommen wir mit unserem kurzen Abriss zu den Berufsbildern beim Filmdreh langsam an ein Ende und knöpfen uns noch die letzte Bastion komischer Menschen vor, die mit Spielfilm zu tun haben. Diejenigen, die man dann in der Glotze oder auf der Leinwand zu sehen kriegt; den Schauspielern.

Lektion V: BERUFSBILDER TEIL III

Kurze Einleitung: Schauspieler; also diejenigen, welche für den zu drehenden Spielfilm engagiert wurden und die eine bestimmte Persönlichkeit interpretieren und mimen und gegebenenfalls auch bereit dazu sind, sich wortwörtlich ihre Seele (oder ihren Mageninhalt) für eine Szene herauszukotzen.

Mit oder wegen den Schauspielern steht oder fällt ein Film. Klingt zwar simpel, ist es aber nicht. Stets zu unterscheiden bei einem Dreh wie dem unsrigen und keinesfalls zu verwechseln: ---> Schauspieler, engagiert; oder ---> Statisten (hier auch wieder zu unterkategorisieren: freiwillige und unfreiwillige Statisten.)

SCHAUSPIELER, ENGAGIERT
Das sind diejenigen bei einem Dreh, welche nach ---> Drehbuch arbeiten. Oder dies zumindest tun sollten. Nicht immer halten sie sich daran (was sich durchaus auch gut auf einen Film auswirken kann oder könnte, hätte die ---> Regie nicht stets einen Einwand einzuwenden, cut!). Mitunter leiden Schauspieler stets unter Kälte und äckengstabifördernden kühlen Lüften, welche für alle anderen Beteiligten zwar nicht wahrnehmbar, aber den Schauspielern Gesundheitswillen natürlich stets ernstzunehmen sind. Und sie rauchen immer im falschen Moment.

STATISTEN, FREIWILLIG
Seltene Fälle, welche selten gut, wenn dann aber auch mal ein wahres Highlight (Leuchtturm) für eine Szene sind. Bruchstückhaft gebrieft (aufgeklärt) über was sie tun und lassen sollen, gucken sie halt meistens doch noch irgendwann in die Kamera und die Aufnahme ist nicht zu gebrauchen. Werden jedoch von Take zu Take (Aufnahme zu Aufnahme) immer besser und wenn sie dann so richtig in Fahrt kommen, ist der ---> Shot (guck weiter oben) schon im Kasten und die ---> Regie segnet ab, cut, und ihren grossen Moment haben sie dann noch nicht bringen können. Und dann kochen oder malen oder servieren sie halt weiter, ihr ganzes Leben lang noch und dabei wär Hollywood doch so nah vor ihrer Haustür gestanden, verdammt.

STATISTEN, UNFREIWILLIG
Häufige Fälle, denen nicht zu helfen ist. Sie sind betrunken, stoned, zugekokst, futzdumm, blöd, Tussis, blöde Tussis, betrunken oder Familienfotomachenvoreinerstierenkirchetouristen. Und sie weisen folgende Merkmale auf:

a) Stehen stehts zur falschen Zeit am falschen Ort (logisch; Klassiker).
b) Stehen zur richtigen Zeit am falschen Ort
c) I love my dog.
d) Stünden perfekt, aber des kameramannes Stativ versagt im Schwenk, einmal mehr.
e) Stünden perfekt, des kameramannes Stativ versagt im Schwenk nicht, hurra, aber die Touris gucken in letzter Sekunde in die Kamera, cut, unbrauchbar.
f) Stünden perfekt, Kamera auf Schulter, endlich, Kameramannsichwohlfühlendlich, aber die Touris gucken in letzter Sekunde in die Kamera, fuck!
g) Alles wär mal gut geworden, von den Schauspielern über die Kamera, das Licht und der Ton, perfekt. Dann, in der allerverdammtletzten Sekunde schreit ein ---> Statist, uninformiert ins Mikrofon "muuuuuääääh" rein. Cut. Unbrauchbar. Arschloch.

Folgerung 1: Es guckt dir immer noch irgendein Tubel in die Kamera, vorzüglich am Ende eines eigentlich gelungenen ---> Shots.
Folgerung 2: Guckt dir kein irgendein Tubel blöd in die Kamera, schreit irgendein blöder Tubel dumm ins Mikrofon.

Schlussfolgerung: Scheust du dich vor bösen Überraschungen und schlechten unfreiwilligen Statisten, so drehe einen Stummfilm; mehr schwarz denn weiss, und nenne ihn "The Big Black". Nix kann schiefgehen und deine Antwort auf kritische Fragen lautet dann: Stilmittel, sorry, nächste Frage?

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